Der neu gewählte Hemauer Stadtrat ist gestern zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Neben den Vereidigungen der neuen Mitglieder standen auch die Wahlen der stellvertretenden Bürgermeister auf der Tagesordnung.
Die Sitzung leitete erstmals die Erste Bürgermeisterin Petra Lutz (SPD). Ihre Vereidigung übernahm traditionsgemäß das älteste Mitglied des Stadtrates, Franz Greipl (Freie Wähler), der ihr auch die Amtskette umlegte. Ebenfalls vereidigt wurden die neu gewählten Stadtratsmitglieder Lukas Achhammer (Freie Wähler), Jochen Bezold (Freie Wähler), Michael Eichenseher (SPD), Dominik Faulhammer (Freie Wähler), Paul Listl (SPD) und Thomas Mirwald (SPD). Zum Zweiten Bürgermeister wurde Dominik Faulhammer (Freie Wähler) gewählt. Das Amt des Dritten Bürgermeisters übernimmt künftig Franz Greipl (Freie Wähler). Darüber hinaus beschloss der Stadtrat die neue Geschäftsordnung für die kommende Legislaturperiode. Als Fraktionssprecher wurden Markus Huber (CSU), Christine Lammert(Freie Wähler) und Thomas Mirwald (SPD) benannt.
Der mal mehr, mal weniger verzwickte Taktwechsler lockte Volkstanzfreunde aus nah und fern in die Oberpfalz. Die Kultur- und Heimatpflege des Bezirks rückte damit nicht nur den Zwiefachen als immaterielles Kulturerbe in den Mittelpunkt, sondern setzte auch ein wichtiges Zeichen für Zusammenhalt.
Hemau. Wer am vergangenen Samstag in die Gesichter der Tanzenden blickte, sah strahlende Augen – aber schon auch die ein oder andere Schweißperle glitzern: Ja, die von Bläsern, Streichern und mit Dudelsäcken aufgespielten Zwiefachen hatten es teils in sich. Und auch Petrus meinte es gut und deckte die Maisonne nur ganz selten mit einer Wolke zu. Beste Bedingungen also für den achten Zwiefachentag in Hemau. Den hat kürzlich die Kultur- und Heimatpflege des Bezirks gemeinsam mit dem Landkreis Regensburg und der Stadt ausgerichtet. Es sollte ein Tag der Begegnung und des Miteinanders werden – und die Erwartungen wurden perfekt erfüllt.
Gruppenfoto: (v.l.n.r.) Stadträtin Christine Lammert, Altbürgermeister und Ehrenbürger Hans Pollinger, Landrätin Tanja Schweiger, Bezirkstagspräsident
Franz Löffler, Stadtrat Thomas Gabler, Bürgermeisterin Petra Lutz, Kulturpreisträger Dr. Frieder Roßkopf, der ehemalige Bezirksheimatpfleger von Niederbayern,
Dr. Max Seefelder, Bezirksrätin Wiebke Richter, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, Bezirksrätin Bernadette Dechant sowie Stadtrat Thomas Mirwald.Schon am Vormittag war der historische Zehentstadel im Stadtzentrum bis auf den letzten Platz besetzt. Hier fand die offizielle Eröffnung durch Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, Landrätin Tanja Schweiger sowie Bürgermeisterin Petra Lutz statt. Mit im Publikum saßen interessierte Besucher ebenso wie zahlreiche Ehrengäste, darunter der Direktor der Bezirksverwaltung, Dr. Benedikt Schreiner, einige Bezirksräte, sowie Stadträte und Ehrenbürger der Stadt Hemau. Der Bezirkstagspräsident betonte in seinem Grußwort, wie wichtig die Pflege regionaler Bräuche sei: "Gerade in einer sehr bewegten Zeit, in der uns vieles gleichförmig präsentiert wird, ist es umso wichtiger, an die eigenen Wurzeln und die regionale Identität zu erinnern. Das ist der Antrieb für unsere Kultur- und Heimatpflege, nicht nur in der Oberpfalz, sondern aller bayerischen Bezirke."
Vortrag führte "im Schweinsgalopp durch 200 Jahre Tradition"
Warum gerade der Zwiefache diese Kultur so beispiellos verkörpert und viel mehr ist, als "nur" eine Art des Volkstanzes, erklärte Dr. Max Seefelder. Er war bis
2023 Bezirksheimatpfleger in Niederbayern und maßgeblich für die Eintragung des Zwiefachen als immaterielles Kulturerbe verantwortlich. Die Bedeutung
der Taktwechsler-Tradition machte er unter anderem an einem Vergleich mit der Landshuter Hochzeit deutlich, die immerhin als das vermutlich größte und
aufwändigste historische Kostümfest Europas gilt. "Der Zwiefache hat es 2016 binnen sechs Wochen in die Landes- und in die Bundesliste des immateriellen
Kulturerbes geschafft. Zum Vergleich: Die Landshuter Hochzeit kam 2018 in die bayerische Liste, erst vier Jahre später dann in die Bundesliste. Das liegt
unter anderem daran, dass der Zwiefache eine längere Tradition aufweist, es gibt ihn nicht erst seit dem Mittelalter, und seine Verbreitung ist nicht
räumlich begrenzt", sagte Seefelder.
Bürgermeisterin Petra Lutz:
"Dass Hemau den Zwiefachentag erneut ausrichten darf, freut mich als Bürgermeisterin ganz besonders. Unsere Stadt lebt von einem starken Miteinander, von
gelebter Tradition und von Menschen, die sich mit viel Engagement für Kultur und Brauchtum einsetzen. Umso schöner ist es, heute Gäste aus der ganzen Oberpfalz
und darüber hinaus hier bei uns begrüßen zu dürfen.
Und vielleicht kann er uns auch daran erinnern, dass es manchmal gut ist, den Takt zu wechseln, aufmerksam zu bleiben und sich aufeinander einzulassen." Im weiteren Vortrag führte er "im Schweinsgalopp durch circa 200 Jahre Zwiefachentradition", wie er selbst sagte. Er skizzierte die Anfänge als Musik des "gemeinen Volkes" bzw. der Arbeiter auf dem Land, die keine Beachtung in der Musikforschung fand. Später dann, in der NS-Zeit, das Gegenteil: Hier wurde der Zwiefache, wie auch die Volksmusik insgesamt, ideologisch vereinnahmt und versucht, die Menschen zur "Heimattreue" und als Gegner äußerlicher Einflüsse zu "erziehen", sagte Seefelder. "Heimatabende wurden zu Propagandazwecken ausgeschlachtet." Heute stehe es gut um den Zwiefachen. "Archive halten tausende von Dokumenten vor, die die Verbreitung in der Oberpfalz und Niederbayern, aber eben auch in Mittel-, Unter- und Oberfranken, bis ins Egerland und in den Schwarzwald belegen. Zudem hat eine Umfrage der Bezirke Niederbayern und Oberpfalz ergeben, dass mehr als 1000 Musikgruppen Zwiefache in ihrem Repertoire führen. Kurz gesagt: Der Zwiefache erlebt eine Renaissance und erfährt eine Aufwertung wie nie zuvor."
Appell: Einstehen für die Kultur, auch bei Stammtischdiskussionen
Bevor die Gäste zu Musik und Tanz in den Nachmittag ausschwirrten, appellierte Franz Löffler, die Idee des Tages auch darüber hinaus zu vertreten. "Mein Appell
ist: Wir dürfen nicht nur konsumieren, wenn es uns günstig erscheint. Wir müssen für unsere Kultur als identitätsstiftendes Merkmal auch eintreten. Das kann
auch manchmal etwas Kraft kosten. Es ist eine bewusste Entscheidung, die regionale Tracht zu tragen oder auch ein Instrument zu lernen. Aber dazu gehört auch,
wenn so gleichförmige Diskussionen am Stammtisch entstehen, mal die Stimme zu erheben und auch für die regionale Kultur einzutreten." Insgesamt zeigten sich
alle Organisatoren sehr zufrieden mit dem Zwiefachentag in Hemau. Rund 200 Teilnehmende haben sich allein für die anmeldungspflichtigen Workshops, Führungen
und Mitmachangebote registriert. Hinzu kam das Publikum an offener Bühne und freien Programmpunkten. Die Gäste kamen mindestens aus ganz Ostbayern – vom
Landkreis Regensburg ebenso wie aus Passau oder Furth im Wald.
Dr. Max Seefelder eröffnete den Tag mit einem Vortrag zum Zwiefachen, seiner Geschichte und Bedeutung für die Region.Stimmen zum Zwiefachentag 2026
Landrätin Tanja Schweiger:
"Wenn gemeinsam getanzt, gesungen und aufgespielt wird, entsteht etwas, das Menschen miteinander verbindet. Der Zwiefache bringt Menschen zusammen, bewahrt
unsere kulturellen Wurzeln und zeigt zugleich, wie lebendig gelebte Tradition in der Oberpfalz heute ist. Gerade die Wirtshauskultur in Hemau bietet dafür den
passenden Rahmen – sie ist ein Ort der Begegnung, der Geselligkeit und des gemeinsamen Erlebens von Musik und Brauchtum."
Regensburg (RL). Mehr als 1.000 Seniorinnen und Senioren aus der Stadt und dem Landkreis Regensburg verbrachten am Montag, 18. Mai 2026, vergnügliche Stunden im Hahn-Festzelt. Getreu dem Motto "Stadt und Land – Hand in Hand" genossen sie auch in diesem Jahr die vergünstigten Speisen und Getränke. Die Band "Letters Trio" sorgte für gute Stimmung.
Landrätin Tanja Schweiger, die neu gewählte stellvertretende Landrätin Irmgard Sauerer, Regensburgs neuer Sozialbürgermeister, Thomas Thurow, sowie der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates, Bruno Lehmeier, begrüßten die Gäste aus Stadt und Landkreis, die zahlreich der Einladung gefolgt waren. Alle waren sich einig: Der Seniorennachmittag auf der Maidult war rundum gelungen – dank der guten Vorbereitung durch den Seniorenbeirat der Stadt Rgbg. und das Landratsamts, Sachgebiet "Hilfen in schwierigen Lebenslagen – Pflegestützpunkt Plus im Landkreis Regensburg". Mit einem herzlichen "Vergelt's Gott" bedankte sich Landrätin Tanja Schweiger beim Festwirt Michael Hahn, der auch in diesem Jahr wieder
Speisen und Getränke zu vergünstigten Preisen angeboten hatte. "Der Seniorennachmittag auf der Maidult ist jedes Jahr aufs Neue eine schöne Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Es ist schön zu sehen, dass dieses Angebot von so vielen Seniorinnen und Senioren aus Stadt und Landkreis angenommen wird", so die Landrätin. Ein besonderer Dank ging auch an alle, die bei der Organisation mitgeholfen haben, sowie an die vielen Ehrenamtlichen, die diesen schönen Nachmittag auf der Maidult möglich gemacht haben. Mit vier Schlägen zapfte der Regensburger Bürgermeister, Thomas Thurow, das Fass an und eröffnete damit offiziell die Veranstaltung.
Mehr als 1.000 Senioren aus Stadt und Landkreis erlebten einen geselligen Nachmittag auf der Dult. Mitte stehend v.l.: B.
Lehmeier, stellv. Vorsitzender des Seniorenbeirats; B. Dechant, Regensburger Stadträtin; Landrätin Tanja Schweiger, Th. Thurow,
Regensburgs Sozialbürgermeister und stellv. Landrätin I. Sauerer. Foto: H.C. Wagner
Neuanfang bei der CSU Hemau: Als Konsequenz aus der verlorenen Kommunalwahl gibt Herbert Tischhöfer nach 17 Jahren sein Amt als Ortsvorsitzender ab. Künftig führt Klaus Schmidmeister die Hemauer CSU.
Tischhöfer reagierte damit auf das Wahlergebnis vom März. Bei der am vergangenen Mittwoch stattgefundenen Ortshauptversammlung betonte er, dass dies die
logische Folge nach dem für ihn persönlich, aber auch für die CSU insgesamt enttäuschenden Ergebnisses darstelle. "Der Ortsverband muss einen Neuanfang
anstreben. Dieser kann nur ohne mich gelingen", bilanzierte Herbert Tischhöfer.
Zum neuen Vorsitzenden wurde Klaus Schmidmeister gewählt. Dieser dankte den
Mitgliedern zunächst für das entgegengebrachte Vertrauen und sah es als ehrenvolle, aber auch herausfordernde Aufgabe an, der CSU Hemau vorzustehen. Seinem
Vorgänger dankte er für dessen unermüdlichen Einsatz für den Ortsverband. "Nun ist es wichtig, den Blick nach vorne zu richten", umschrieb Schmidmeister die
neue CSU-Agenda. Ziel müsse es in den nächsten Jahren sein, wieder mehr junge Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern und aktiv mit einzubinden. Man
dürfe das Feld nicht kampflos der "populistischen Meinungsmache" in den sozialen
Netzwerken überlassen, bei der vor allem extreme Ansichten immer mehr
Zuspruch erhielten. Als weiterer stellvertretender Ortsvorsitzender wurde Tim Pröll gewählt. Benedikt Lindner rückte als Beisitzer in die Vorstandschaft nach.
Mit diesen jungen, engagierten Leuten sei der erste, wichtige Schritt in die richtige Richtung getan, war sich Schmidmeister sicher. Bereits zuvor wurde
das Wahlergebnis unter den Mitgliedern in einer offenen, sachlichen Diskussion mit klaren Worten aufgearbeitet. Bei der Frage, ob die CSU einen Kandidaten oder
eine Kandidatin für einen Stellvertreter der Bürgermeisterin stellen sollte, ergab sich dabei ein klares Stimmungsbild gegen die Inanspruchnahme eines solchen
Amtes in der kommenden Legislaturperiode.
Vielmehr solle die CSU ihre Rolle im neuen Stadtratsgremium neu definieren und den Wählerauftrag ernst nehmen.
Diese Forderung der Parteibasis setzte die CSU-Fraktion in der darauffolgenden Fraktionssitzung um und beschloss, keinen Kandidaten für einen Stellvertreterposten
zu stellen.
Die Neugewählten: Ortsvorsitzender Klaus Schmidmeister (Mitte) mit seinem Stellvertreter Tim Pröll (links) und dem neuen Beisitzer in der
Vorstandschaft Benedikt Lindner (rechts).